Geringe Einbußen


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Zur Umgehungsstraße-Diskussion


schreibt Dr. Gerhard Bäuerle aus Lauterbach

Zunächst einmal eine klarstellende Einordnung der Ortsumgehung (0U) Lauterbach—Wartenberg. Bei der B 254 handelt es sich um eine Bundesfernstraße, deren Funktion es ist, Regionen und Oberzentren miteinander optimal zu verbinden. Dabei geht es bei der 0U auch darum, eine Region zukunftsfähig zu machen und gleichwertige Lebensbedingungen in allen Regionen Deutschlands herzustellen. Und dazu gehört eben auch eine entsprechende verkehrliche Infrastruktur mit einer angemessenen Erreichbarkeit von Regionen, Städten und Gemeinden, aber nicht zuletzt auch um eine Entlastung der Bewohner vom Durchgangsverkehr. Die bisherige Kritik an der geplanten 0U kann man oft schwerlich nachvollziehen. Von Laien wird moniert, dass irgendwelche Schutzgüter von den Fachleuten nicht beachtet würden. Demgegenüber ist festzuhalten, dass beim Planvorhaben die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt (Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft), Kulturgüter und Landschaftsbild ermittelt und bei negativen Effekten Planänderungen vorgenommen werden. Zudem werden bei Eingriffen in Natur und Landschaft Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt. Die befürchteten negativen Auswirkungen auf Einzelhandel und Arbeitsplätze sind eher unrealistisch. Im Gegenteil, positive Effekte dürften sich bei der Gewerbeansiedlung und -entwicklung, aber auch schon während der Bauphase des Projektes einstellen. Durch die schnellere Erreichbarkeit des Oberzentrums Fulda könnten auch die gemeindlichen Wohnstandorte profitieren, was doch im Sinne von Bürgermeister Dahlmann (siehe frühere Wahlaussage) ist. Mögliche Einbußen dürften sich nur bei den Tankstellen zeigen, in geringerem Maße bei den Fastfood—Anbietern, wobei dies durch Werbeplakate an der 0U teilweise, bei letztere weitgehend kompensiert werden könnte. Andere Beeinträchtigte sind schwerlich erkennbar, warum sollte auch jemand auf der Fermverkehrsverbindung von Nordwesthessen über das Mittelzentrum Alsfeld zum Oberzentrum Fulda und ggf. weiter in die Röhn oder Richtung Würzburg ausgerechnet Textilien, Lebensmittel oder sonstige Bedarfsgüter in Lauterbach oder Angersbach kaufen wollen.

Leserbrief

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Leserbrief | Dr. Gerhard Bäuerle · Lauterbach


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