Ortsumgehung Lauterbach-Wartenberg


»

Gemeinsamer Antrag mit "Stil"


WARTENBERG - Es kommt einer kleinen Sensation gleich: Monatelang wurde der Bau der Ortsumgehung B 254n im Wartenberger Gemeindeparlament infrage gestellt. Während die CDU an der Beschlussfassung der Gemeindevertretung "Pro Ortsumgehung" unbeirrt festhielt, waren in der SPD und der FWGW Zweifel an der Maßnahme aufgekommen. Ein Gutachten zu den Auswirkungen der neuen Straße wurde in Auftrag gegeben, der Verlauf der neuen Trasse im Film visualisiert. Nun haben sich alle drei Fraktionen überraschend auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt: Und es scheint, als ob es danach nicht mehr viele Hindernisse geben könnte, die dem Bau der Ortsumgehung entgegenstehen.


PhotoStellten einen gemeinsamen Antrag vor: Wolfgang Schleiter, Wolfgang Post und Thomas Dörr.

Foto | Annika Rausch


"Wir haben uns auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schleiter in einem Pressegespräch nach der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend. Im Beisein von Thomas Dörr, Fraktionsvorsitzender der FWGW, und Wolfgang Post (SPD, in Vertretung für den Fraktionsvorsitzenden Rainer Gröger) erläuterte er die vier Punkte des Antrages, "die wir den Gemeindevorstand bitten, endgültig zu klären". Im Großen und Ganzen alles Dinge, die schon immer über die Jahre von der Gemeinde gefordert worden seien. Punkt eins ist das Umstufungskonzept der Straßen. Die Umwidmung der heutigen Bundesstraße zur Gemeindestraße würde Wartenberg, so wie sie derzeit im Plan gestaltet ist, viel Geld kosten. Die drei Wartenberger Fraktionen fordern daher eine Änderung, um die Folgebelastungen für die Gemeinde Wartenberg deutlich zu reduzieren. Fordern also die Umwidmung zu Landes- oder Kreisstraßen statt zur Gemeindestraße.

 

Zweiter Punkt des Antrages ist die Anbindung am Knoten 4 (Anbindung Tiegel), die umgeplant werden müsse, um der Gemeinde Wartenberg die Möglichkeit zu geben, ausreichend große Flächen für Handel, Gewerbe und Industrie anzubieten. Diese Forderung der Fraktionen wird auch durch die Untersuchungen des Gutachtens zur Umgehungsstraße gestützt. Punkt drei und vier beinhalten den Abriss der Altefeldbrücke zwischen Landenhausen und Müs (und den Ausbau der Straße dort zu einem Wirtschafts- und Radweg) sowie die Zusicherung, dass Wartenberg mit dem Bau der Ortsumgehung in entsprechende Programme des Landes wie IKEK, des Bundes und EU zur Dorferneuerung aufgenommen wird.

 

"Wir sind der einhelligen Meinung, dass dies Dinge sind, die wir jetzt fordern müssen", unterstrich Wolfgang Schleiter für alle drei Fraktionen. An dieser Stelle sei ein vorausschauendes Generationendenken sehr wichtig.

 

Der gemeinsame Antrag wird einziger Tagesordnungspunkt auf der öffentlichen Sondersitzung des Parlaments am Donnerstag, 8. März, um 20 Uhr im kleinen Saal des Wartenberg Ovals sein. An die vier Punkte des Antrags ist noch eine Frist geknüpft: Bis zum 31. Mai dieses Jahres soll der Gemeindevorstand bezüglich der Forderungen bei den zuständigen Behörden vorstellig werden und entsprechende Vereinbarungen schriftlich fixieren.

 

Heißt das nun, dass bei Erreichen der gesetzten Ziele einem Bau der Umgehungsstraße seitens des Parlaments nichts mehr im Wege steht? "Jeder stimmt für sich selbst ab", antwortete Wolfgang Post. "Ich freue mich wirklich sehr, dass dieser Antrag zustande gekommen ist. Es ist gemeinsam wirklich ein Schritt nach vorne." Das Gutachten habe in der Diskussion wirklich geholfen und gute Lösungsansätze gezeigt. Ihnen sei es zum Beispiel wichtig gewesen, dass das Gewerbe erhalten bleibe und Möglichkeiten für gewerbliche Neuansiedlungen oder Umsiedlungen gegeben würden. "Wir hatten Bedenken, doch ich persönlich denke, dass dem Bau dann nichts mehr im Wege steht." Auch Thomas Dörr bekräftigte, dass jeder in seiner Fraktion für sich selbst abstimme. "Bei uns steht natürlich die klare Zusage", ergänzte Wolfgang Schleiter. "Unsere Forderungen sind durch die Untersuchungen bekräftigt worden." Und er freue sich, dass im "Wartenberger Stil" eine Einigung gefunden worden sei - im Interesse der Gemeinde. "Eine Diskussion ist fruchtbar", bekräftigte auch Wolfgang Post. "Immer einer Meinung zu sein, ist auch nicht gut."


Bericht | Annika Rausch


 

 

Gedanken zum Artikel ...      »

 

 

Ihre Meinungen und Kommentare

 


Pressemitteilung

03.06.2014 um 00:00 Uhr

Redaktion » bblw-info.de 

Bitte schreibe uns Deine Meinung oder Kommentar zu diesem Artikel !

Auch anonym oder mit Pseudonym. Deine Meinung ist uns wichtig !

 

» Netiquette


Kommentar schreiben

Kommentare: 0