„Zeit für neue politische Debatte“

» So die „Interessengemeinschaft gegen die Umgehungsstraße“


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 In den Morgenstunden und im Berufsverkehr am Abend herrscht auf der jetzigen Umgehungsstraße in Lauterbach viel Verkehr.

 Brauchen die Kreisstadt und Wartenberg eine neue Umgehungsstraße? IGGLU sagt „Nein“ zu einer solchen Umgehung, auch da die

 Umgehungsstraßengegner in Lauterbach und Wartenberg fürchten, dass der Einzelhandel unter einer solchen Straße leiden würde. 
 Archivfoto→ Claudia Kempf 

» Ortsumgehung

 

 

 


LAUTERBACH · IGGLU, die „Interessengemeinschaft gegen die Umgehungsstraße“ besprach auf ihrer jüngsten Vorstandssitzung die Umfrage, welche das Stadtmarketing Lauterbach bei Lauterbacher Unternehmen durchgeführt hatte. „Die Umfrage bestätigt leider genau die Einwände gegen eine Ortsumgehung, die schon in der Vergangenheit von vielen Seiten vorgetragen wurden“, so Michael Fink von IGGLU.


Der Bau einer Ortsumgehung bedeute Umsatzeinbußen für die Lauterbacher Geschäftswelt, da der Verkehr an Lauterbach vorbeigeführt werde. Dieses Argument sei bereits im Jahr 1996 von SPD und FDP vorgebracht worden. Lauterbachs SPD-Fraktionschef Hans-Rolf Eifert habe die Bürger im März 1996 aufgefordert, sich gegen Pläne für eine Ortsumgehung zu stellen, wie sie von der CDU unterstützt worden seien. „Er äußerte damals, die CDU wolle den Verkehr zwischen Alsfeld und Fulda beschleunigen. Das nutze zwar diesen beiden Städten, schade aber Lauterbach. Denn die Gewerbebetriebe an der bisherigen Umgehungsstraße würden unter einer neuen Umgehung leiden. Auch die FDP äußerte sich – und habe die Umgehung abgelehnt. Die wirtschaftliche Entwicklung an der aktuellen Umgehungsstraße sei so gut, dass sie nicht durch den Bau einer neuen Umgehung gefährdet werden dürfe. „Dem ist nichts hinzuzufügen. Die Grünen hatten seinerzeit ebenfalls solchen Planungen widersprochen, CDU und FWG sprachen sich damals als Einzige für die Umgehung aus“, so Fink weiter.


Die Umfrageergebnisse bestätigten auch 22 Jahre später, „dass die neue Umgehung einen Teil der Kaufkraft absaugen und schlechthin auch Arbeitsplätze in der Region gefährden“ würde. Erfahrungen anderer Städte und Gemeinden hätten gezeigt, dass es zu einem starken Rückgang der Übernachtungszahlen, dem Wegfall von Tankstellen und zum Rückgang von Industrieansiedlungen und Gewerbebetrieben gekommen sei. Ganz zu schweigen von „massiven Umsatzeinbußen“. Der Handel lebe davon, dass er leicht erreichbar sei. „Die Bundesstraße ist eine Lebensader: kein Verkehr – kein Geschäft.“


Weitere neue Industrieansiedlungen entlang der Ortsumgehung seien demgegenüber nicht zu erwarten, da Alsfeld und Fulda durch die direkte Anbindung an die Autobahnen (A5/A7/A66) die idealsten Voraussetzungen hätten und in direkter Konkurrenz zu Lauterbach stünden. Es mangele nach Ansicht von IGGLU jetzt schon an Nachfragen solcher Unternehmen. Wo sind die vielen neuen Wirtschaftsbetriebe entlang der Ortsumgehungen Brauerschwend und Großenlüder geblieben? In Großenlüder sind Einkaufsmärkte und Tankstelle aus dem Ortskern an die Bundesstraße gezogen. In der aktuellen Bauleitplanung für Lauterbach sind Ansiedlungen von Einzelhandel entlang der B 254 neu nicht erlaubt.


Erst wenn die Gewerbesteuereinnahmen noch weiter zurückgegangen, Arbeitsplätze verloren seien und sich das Einkaufsverhalten wegen optimaler Verkehrsanbindung schon lange nach Fulda verlagert habe, werde man in Lauterbach darüber nachdenken, woran es gelegen haben könnte.


Ein Zurück wird es dann nicht mehr geben. „Die Lauterbacher Gewerbetreibenden haben mit der Umfrage abgestimmt: Es ist Zeit für eine neue politische Debatte. Zum Wohl unserer schönen Kreisstadt Lauterbach und ihrer Bürger“, erklärte Fink abschließend.


Bericht→ IGGLU


 

 

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Pressemitteilung

01.09.2018 um 15:43 Uhr

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