Initiative beklagt verengte Diskussion

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 PhotoBefürworten den Bau der Ortsumgehung (von links)  
Wolfgang Schleiter, Kurt Bäuscher, Lukas Kaufmann,  
Stefan Schrimpf, Jan Krieger, Matthias Keller,  
Ortsvorsteher Joachim Schrimpf und  
Raumplaner Dr. Gerd Bäuerle 
   Foto→ Volker Nies  

WARTENBERG · Die knappe Entscheidung der Gemeindevertretung gegen die Ortsumgehung vor einem Monat ist auf der Basis unzutreffender Argumente und einer nicht abgeschlossenen Diskussion getroffen worden. Davon sind die Mitglieder des „Bürger-Bündnisses lebenswertes Wartenberg“ überzeugt. Mitglieder und Anhänger der Initiative für den Bau der Umgehung trafen sich gestern Abend in Landenhausen, um zu beraten, wie es nach dem Vertretervotum weitergeht. Sie waren sich einig: Rechtlich hat der Beschluss keine Folgen, da sich die Gemeinde schon offiziell geäußert hatte ~ einstimmig für die Umgehung. Praktisch habe er keine Folgen, weil alle anderen Beteiligten - nämlich Bund, Land, Vogelsbergkreis und Stadt Lauterbach - für die Umgehung sind. 


Dennoch werde die BI in ihrem Engagement für die Umgehung nicht nachlassen, kündigte Bl-Sprecher Matthias Keller an. Derzeit lauft das Anhörungsverfahren beim Regierungspräsidium Gießen, Hessen-Mobil wird dann die Bürger, die Einwände gegen die Pläne hatten, zu einem Erörterungstermin einladen. Dieser soll im ersten oder zweiten Quartal 2019 stattfinden. Diesen Termin nannte Hessen-Mobil Regionalsprecher Ulrich Hansel gegenüber Keller.


Raumplaner Dr. Gerd Bauerle skizzierte gestern die nächsten Schritte: Nach dem Erörterungstermin könne das Land den Planfeststellungsbeschluss erlassen. Damit herrsche Baurecht - sofern nicht gegen den Beschluss geklagt wird.


Der Bl-Sprecher beklagte, dass die Gemeinde zwar ein 70.000 €uro teures Gutachten über die Folgen der Umgehungen beauftragt habe, doch sei die Studie in den Gremien nie ausführlich diskutiert worden. Als weiteres Beispiel für unausgewogene Informationen durch Bürgermeister Dr. Olaf DahImann (SPD) nannte Otto Bäuscher die Tatsache, dass der Gemeindevorstand drei Gemeinden mit Ortsumgehung - Dipperz, Großenlüder und Schwalmtal - besucht, aber nichts davon berichtete habe. Den Grund dafür könne man vermuten. Der BI habe der Dipperzer Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos) gesagt, die Umgehung habe viele Positives ausgelöst. Dahlmann hatte seine Ablehnung der Umgehung auch damit begründet, dass sich die

Gemeinde den Unterhalt der heutigen Bundesstraße und zukünftigen Gemeindestraße durch Angersbach und Landenhausen nicht leisten könne. Keller stellte eine Rechnung dagegen, wonach sich die Gemeinde mit dem Bau der Umgehung finanziell deutlich besser stelle als ohne.


Keller sagte, wichtig sei, jetzt die Spaltung in der Bürgerschaft zu überwinden. Er frage sich aber, ob das mit Dahlmann möglich sei. Otto Bäuscher forderte die Gemeindegremien auf, sie sollten den Bau akzeptieren und beginnen, die Zukunft der Gemeinde aktiv zu gestalten. Das Nein zur Umgehung bedeute hingen, dass sich die Gemeinde nicht weiterentwickele und die Anlieger der B254 weiter unter Lärm, Abgasen und Verkehrsgefährdung zu leiden hatten.


Landenhausens Ortsvorsteher Joachim Schrimpf (SPD) sagte, der Flächenverbrauch durch die Umgehung bleibe im Rahmen, da der Naturverbrauch durch Renaturierungsmaßnahmen kompensiert werde. Er erinnerte daran, dass die SPD jahrzehntelang für die Umgehung gekämpft hatte. Jetzt stehe der SPD-Rathauschef an der Spitze der Gegner. „lch verstehe meine Genossen

nicht mehr“, sagte Schrimpf. Der frühere Freie-Wahler-Politiker Rudolf Weiß warf der FWGW- Gemeindefraktion vor, diese folge dem Bürgermeister unkritisch.


Quelle→ Fuldaer Zeitung

Bericht→ Volker Nies


 

 

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Pressemitteilung

22.09.2018 um 22:53 Uhr

Redaktion » bblw-info.de 

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