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Breite Mehrheit pro Ortsumgehung bei den Vogelsberger Landtagskandidaten

... lediglich eine Ablehnung bei fünf Zustimmungen ... sowie einer unklaren Aussage

Foto | Jan Krieger
Foto | Jan Krieger

WARTENBERG · Das „Bürger-Bündnis lebenswertes Wartenberg“ hat die sieben Landtagskandidaten im Vogelsbergkreis um eine Stellungnahme über die Ortsumgehung Lauterbach-Wartenberg gebeten. Dabei wurde sich über die persönlichen Meinungen, die verkehrspolitischen Konzepte der Landesparteien sowie die bisherigen Positionierungen in der Thematik erkundet. Alle sieben Kandidaten gaben eine Aussage ab, wobei fünf Kandidaten sich pro Ortsumgehung und lediglich eine Kandidatin gegen das Bauprojekt aussprachen. Außerdem sei eine Antwort als unklar einzuordnen, erläutert Matthias Keller als Sprecher der Bürgerinitiative.

 

In der Umfrage sprechen sich die Kandidaten ...
      ... von SPD, CDU, FDP, AfD sowie FW für die Ortsumgehung aus.

 

So begründet SPD-Landtagskandidat Swen Bastian seine befürwortende Meinung mit einer besseren Anbindung zwischen Stadt und Land. „Die SPD in Hessen möchte jährlich 100 Millionen Euro zusätzlich in den Straßenbau investieren“. Zudem verweist er auf den Koalitionsvertrag im Kreistag von CDU und SPD pro Ortsumgehung und seine immer klaren Positionierungen PRO Ortsumgehung B 254 in der Thematik.

Michael Ruhl (CDU) nennt in seiner zustimmenden Begründung unter anderem die Verlagerung des gefährlichen LKW-Verkehrs. Außerdem werde „die innerörtliche Entwicklung, ähnlich wie in Großenlüder und Dipperz  massiv gefördert“. Seine Landespartei sowie Volker Bouffier, setzen sich für den schnelleren Bau von Umgehungsstraßen ein.

FDP-Bewerber Döweling bezeichnet die Umgehungsstraße als „zentrales Projekt für die Weiterentwicklung der Region“ und betont die notwendige Entlastung der Anwohner von Lärm, Staub und Dreck. Seine Landespartei plane die Aufstockung der Mittel für den Straßenbau. Im Kreistag habe er sich ebenfalls für die Umgehungsstraße ausgesprochen.

Steffen Rühl von der AfD spricht sich ebenfalls für eine „spürbare Entlastung der Anwohner von Abgasen und Lärm“ aus. Er verweist bei der Verkehrspolitik seiner Landespartei auf das Wahlprogramm. Zudem wurde das Thema sehr oft schon an Ihn herangetragen, er selbst habe sich jedoch noch nicht in Parlamenten positionieren können.

FW-Kandidat Michael Krebühl hebt die „erhebliche Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner“ hervor. Andere Gemeinden wie Kirtorf würden noch heute vergeblich um Ortsumgehungen kämpfen. Insbesondere im ländlichen Raum brauche man gut ausgebaute Straßen, da der Individualverkehr hier höher sei als in städtischen Regionen.

Grünen-Politikerin Eva Goldbach sprach sich als einzige klar gegen das Bauprojekt aus. Die laufenden Planungen seien aber „auf Anforderungen aus den 1950er Jahren ausgerichtet“. Man müsse heute die Verkehrswende zum Beispiel zu E-Mobilität schaffen. Der Bau von Umgehungsstraßen sei Bundessache, hier mache das Land lediglich die Auftragsverwaltung.

Die Linken-Kandidatin Nicole Eggers schreibt, Sie habe „eine persönliche Meinung zur Umgehungsstraße, sende aber nun die offizielle Stellungnahme der Linken im Vogelsbergkreis“. Diese laute, dass sich die Linken von Anfang an gegen die Ortsumgehung ausgesprochen haben. Die Anwohner hätten schon viel früher mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen entlastet werden müssen.

In der Analyse der Aussagen ist Matthias Keller, Sprecher des Bürgerbündnisses, besonders erfreut über fünf positive Stellungnahmen PRO Ortsumgehung von den insgesamt sieben Stellungnahmen der Landtagskandidaten. „Hervorzuheben ist hier SPD-Kandidat Swen Bastian, der sich in der Umgehungsstraßen-Diskussion auf die Seite des SPD-Landrats Manfred Görig stellt, und somit eine andere Meinung als sein Partei und Kreistagsfraktionskollege, Wartenbergs Bürgermeister Dr. Dahlmann, vertritt.“ Die beiden Kandidaten Michael Ruhl (CDU) und Mario Döweling (FDP) hätten sich bereits in der Vergangenheit immer wieder uneingeschränkt für den Bau der Umgehungsstraße B 254 ausgesprochen. Die Kandidaten der FW und AfD, Michael Krebühl sowie Steffen Rühl, sprechen sich erfreulicherweise ebenfalls für das Bauprojekt aus. Die ablehnende Meinung von Eva Goldbach sei im Vorfeld bereits bekannt gewesen. Würde man nun die Aussagen der Kandidaten mit einer möglichen Zusammensetzung des neuen Landtags verbinden, so werde es auch im neuen Parlament eine satte Mehrheit pro Umgehungsstraße geben, so Keller.

Die Stellungnahme der Linken sei wiederum bemerkenswert, so Matthias Keller, Sprecher des Bürgerbündnisses. Schließlich habe sich Nicole Eggers noch vor wenigen Tagen im Rahmen eines Kandidaten-Treffens des Lauterbacher Anzeigers pro Umgehungsstraße positioniert. „Dass der Linken-Kreisverband gegen die Umgehungsstraße ist, war zuvor bereits bekannt“ so Keller.

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